Forschung

Integration-Separation: Das Forschungsprogramm der Uni Freiburg
Hochrelevant und viel zitiert für die schulische Integration ist das sog. „IntSep-Programm“ (IntegrationSeparation) der Universität Fribourg. Seit 1986 wird z.B. untersucht, wie die heilpädagogische Unterstützung im Regelschulunterricht wirkt oder wie die Zusammenarbeit der Lehr- und Fachpersonen wahrgenommen und eingeschätzt wird. Mit der letzten Studie, gestartet im Jahr 2006, wurden Langzeitwirkungen für die schulische Integration untersucht (Publikation unter „Fachliteratur“). Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Integriert beschulte (potenzielle Kleinklassen-)Schülerinnen und -schüler haben im jungen Erwachsenenalter tendenziell
  • einen höheren beruflichen resp. schulischen Abschluss erreicht,
  • einen stabileren Berufsfindungsweg mit weniger Wechseln und Abbrüchen hinter sich,
  • einen höheren Selbstwert und ein leicht höheres Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten,
  • ein deutlich breiteres soziales Netzwerk sowie
  • eine positivere, weniger ausgrenzende Einstellung Migrantinnen und Migranten gegenüber.

Integration geistig behinderter Sonderschülerinnen und -schüler in der Zentralschweiz
An der Pädagogischen Hochschule Luzern wurde die Integration von Kindern und Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung in der Zentralschweiz untersucht. In Kooperation mit verschiedenen Sonderschulen wurden verschiedene Wirkungen untersucht – im Fokus standen dabei die integrierten Kinder und Jugendlichen. Die Beteiligten entwickeln eine hohe Zufriedenheit mit der Integration, wenn

  • sie als Eltern Vertrauen haben in die Arbeit der Regellehrpersonen.
  • sie als Eltern der Mitschülerinnen und -schüler die Integration akzeptieren.
  • sie als Regellehrpersonen ein bestimmtes Mass an Problemen aushalten und sie frühzeitig erkennen können.
  • sie als Schulische Heilpädagoginnen und -pädagogen die Integration als Vision im gesamten Schulteam getragen sehen.

>> zum Schlussbericht (PDF)

Entwicklung sozialer und moralischer Kompetenzen in integrativen Klassen
Nicht behinderte Kinder spielen eine wichtige Rolle bei der sozialen Integration von behinderten Kindern. Letztendlich sind sie es, die in konkreten Situationen entscheiden, ob sie ein Kind mit Behinderung in ihre Gruppe aufnehmen wollen oder nicht. Die Ergebnisse einer Studie der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (Institut für Schule und Heterogenität in Luzern) geben erste Hinweise, wo integrationsfördernde Interventionen im schulischen Alltag ansetzen könnten, so z.B. bei der Sensibilisierung für moralische Aspekte in Konfliktsituationen oder in der Förderung sozio-moralischer Kompetenzen (bereits im Kindergarten).
>> Broschüre für Eltern und Lehrpersonen (PDF)

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